Ansicht der zwölf gedruckten Motive aus der künstlerischen Arbeit, gerahmt. Jedes Motiv hat die Größe 50 cm × 50 cm.

(2026) How it starts — and how it ends (Part III, Flo Says)

  • Technik/Technology: Fotografie & Machine-Learning (eigene KI Lora Modelle/own AI Lora models),
  • Prints: Pigmentdruck / pigment print
  • 12 Motive. Größe/Size: 50 cm x 50 cm (Edition: 3+1)
  • Überwiegend Open-Source Tools genutzt, auch für die Bildbearbeitung.

„Flo Says“ ist der dritte Teil der Arbeitsgruppe How it starts – and how it ends. Bei dieser künstlerischen Arbeit liegt der Fokus auf dem aktuellen Zustand der Welt, so wie ich ihn größtenteils wahrnehme. Diese Gefühle sind in Parolen und einer visuellen Schwarz-Weiß-Ästhetik aus den Anfängen meines künstlerischen Schaffens Mitte der 2000er-Jahre kanalisiert. Die Bilder sind mithilfe von KI-/Machine-Learning-Systemen entstanden, die in vielen Facetten auf meine Fotografien aus dieser Zeit trainiert wurden.

Dazu muss ich sagen, dass ich Mitte der 2000er-Jahre niemals für möglich gehalten hätte, in einer Welt zu leben, wie sie sich heute darstellt. Natürlich gab es auch vor 25 Jahren bereits reichlich Leid und Ungerechtigkeit. Doch wenn ich mich umsehe, habe ich das Gefühl, dass sich die Eskalationsspiralen immer schneller und aggressiver in Richtung Barbarei drehen.
Dabei stehen nicht nur globale Themen im Vordergrund. Auch der Alltag im vermeintlich kleinen und persönlichen Umfeld wird immer ungerechter und unsicherer: stetig steigende Mieten und Lebenshaltungskosten, Gentrifizierung, Inflation, ein prekärer Arbeitsmarkt, das langsam kollabierende Gesundheits- und Bildungssystem. Und nicht zu vergessen: die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich.
Statt politischer Empörung und Handeln sind die Dialoge, Nachrichten und Debatten zu diesen Themen oft entweder unfassbar oberflächlich, vollkommen realitätsfern oder auf Sensation statt auf Inhalte fokussiert. Es scheint, als sähe sich jede Person im Recht – bestätigt durch die eigene Peer-Group in der vom Algorithmus perfektionierten Social-Media-Blase. Ein Ort, an dem die Welt so einfach zu handhaben ist: „Gefällt mir“ oder „Gefällt mir nicht“. Das mag bei einem Musikstück oder der Bewertung eines Kleidungsstücks funktionieren, aber nicht bei komplexen gesellschaftlichen Prozessen.

Gefühlt stehen wir an einem Punkt, an dem nicht mehr hinterfragt oder überprüft wird. Jeder will alles für sich, aber ohne Kompromisse einzugehen oder die Zeit und Energie zu investieren, um komplexe Vorgänge zu verstehen. Wenn ein Thema nicht innerhalb von 15 Sekunden hinter einem bunten Icon auf dem Smartphone dargestellt werden kann, wird es oftmals schwierig.

Deshalb gehe ich in dieser Arbeit auf das Feld der Parolen – ästhetisch verpackt in der Bildsprache meiner künstlerischen Anfänge. Ich setze dem oberflächlichen und gierigen Verhalten um mich herum einfache Parolen entgegen. Parolen, die mir in den Sinn kommen. Dazu kommt, dass ich Angst vor einem Weltkrieg habe und die Daten zur Klimakrise sind auch mehr als beängstigend. Und so weiter.

Ganz ehrlich: Ich bin gänzlich überfordert von allem, was um mich herum geschieht. Daher endet dieser Text mit einer Parole aus der Arbeit: „Flo says – ‘Enough is Enough‘.

Ansicht der Präsentation

Die 12 Motive der Arbeit