03.01.2021

Inmitten monotoner Wohlstandneubauten 

Wenn man beim spazieren inmitten monotoner Wohlstandneubauten Sätze von spazierenden hört wie „Erkenne deinen Marktwert und positioniere dich strategisch“ denke ich mir: „Super, die Menschen werden langsam genau wie die Häuser, in denen sie leben: Eintönig und überall gleichaussehend. Lebensläufe mit Eigenschaften und Fähigkeiten, die sich wie die Komponentenliste eines Computers oder Neuwagens lesen, spiegeln angeblich das Leben eines Menschen wieder. Man ist heutzutage in Bewegung für den Markt. Ach so, die Märkte, der Heilige-Gral unserer Zeit: Das neoliberale Sakrileg erfindet sich immer aufs Neue. Nichts ist so dynamisch wie der niemals endende Glaube an das Wachstum und die neoliberale-beschworene unsichtbare Hand. Schon cool das unser Wirtschaftssystem darauf beruht, das sich die Märkte angeblich von alleine regulieren, weil es gibt ja eine unsichtbare Hand. Funktioniert weltweit super und gerecht, wie man überall sehen kann!

Die meisten Menschen leben wohl in der Hoffnung, ein Stück vom großen Kuchen ab zu bekommen. Ein paar ganz wenige, die fast alles Besitzen kann sowieso vieles egal sein. Diejenigen, welche gar nichts besitzen, ist aber auch langsam alles sichtlich egal! Was das für ein Gefahrenpotenzial für eine Gesellschaft bedeutet, kann man im Verlauf der menschlichen Geschichte sehen. Irgendwann kippt alles um: Die Richtung, ob nach vorne, hinten, links oder rechts kann man erst voraussehen, wenn es eigentlich zu spät ist!

Für eine bessere und schönere Welt.
Ein schönes neues Jahr 2021!

Party! =) Mein Onlineshop startet

Ich hatte schon lange vor, einzelne Editionen und auch Fine Art Prints von mir online zum Verkauf anzubieten. Ich denke, ich muss niemanden erklären, dass es zurzeit nicht leicht ist als Künstler. Daher das ich zurzeit primär Zuhause bin und am Rechner sitze, habe ich mir gedacht, ich baue meinen Webshop mal auf. Ich werden den Shop mit der Zeit immer weiter mit Editionen und Fine Art Prints erweitern.

Link zum Webshop: www.albrecht-schoeck.shop
(At present, my Shop is only available in Germany)

Eröffnungsangebot

Zum Start meines Webshops: 25 mal Teil 1 & Teil 2 der Magazinedition meiner Arbeit: #PointOfViewAndNoReturn gemeinsam für nur 34,90€ statt 59,90€ (zzgl. Versandkosten).

09.12.2020

„Lockdown Medium“ 

Was ein „harter Lockdown“ ist, weiß ich seit diesem März. Der „Wellenbrecher: Lockdown light“ ist mir seit diesem November bekannt. Gibt es eigentlich auch einen „Lockdown medium“? Also ein Zwischending aus hart und light? Ein auf Fakten beruhendes Urteilen, kombiniert mit einem erkenntnistheoretischen Handeln? Schon klar, wir waren alle sehr überrascht, dass nach dem Sommer erst der Herbst und dann der Winter kam, das konnte niemand voraussehen.
Sonst hätte man vielleicht früher „alles“ dichtmachen können? Auch Orte einzelner Wirtschaftsgruppen, mit starker Lobby in der Politik.

Ich bin Künstler und kein Automobilhersteller, das ist eine Tatsache, daran bin ich ganz allein schuldig. Aber auch ich bin ein Teil dieser Gesellschaft, so wie der Automobilhersteller. Und ich verstehe auch, dass ein Autohaus mit Hygienekonzept was anderes ist als ein Museum mit Hygienekonzept. Und die Schulen? Wie lange lässt man Kinder, Jugendliche und Lehrer zum wohle der Wirtschaft noch in kalten Klassenzimmern sitzen (vorausgesetzt es gibt Fenster, die sich überhaupt öffnen lassen!). Ach so, 2020 ist die Digitalisierung der Schulen in Deutschland auch ein spannendes und wichtiges Thema überraschend geworden. Gemeinsam mit der globalen Erderwärmung hat man es für den Bundestag im Jahre 2090 auf die Agenda ganz oben gesetzt =) Das wird super versprochen!

Spaß beiseite, die Situation ist für Alle anstrengend, das ist klar. Das sieht man auch stellenweise bei der Exekutive in diesem Land. Dort war man nicht darauf vorbereitet: Wasserwerfer, Pfefferspray und Gewalt gegen Demonstranten einzusetzen, die weder der Antifa noch irgendwelchen anderen linken Gruppierungen zuzuordnen waren. Aber zum Glück konnte man in einem Waldstück in Hessen wieder seine Routine mit „linken Chaoten“ unter Beweis stellen. Gewohnte Feindbilder wie ökologische Autobahnausbaugegner haben manchmal auch was Gutes für sich.

Da kommt mir gerade die Offenbacher-Stadtgrenze in den Sinn. Jetzt, während der Ausgangssperre, ab kommenden Freitag, könnte die Exekutive doch diese für eine Art Konfrontationstherapie nutzen. Da könnten die Beamten einfach mal von 21:00 bis 05:00 Uhr zu jedem sagen, den sie antreffen: „Stop, warum sind Sie nicht zu Hause?“. Über den Dialog zurück zur Gesellschaft, das wäre doch mal was?

Jedoch muss ich gestehen, dass ich mir nie erträumt hätte, eine Ausgangssperre in Offenbach selbst mal mit zu erleben. Klar, etwas zynisch könnte man sagen, dass das leben in Offenbach immer eine Art Ausgangssperre ist. Ich kann versichern, dem ist nicht so. Aber ich möchte die Situation zum Anlass nehmen mich bei allen zu bedanken, die seit März es scheinbar immer noch nicht gecheckt haben oder checken wollen, dass wir in einer Pandemie leben. DANKE für euer verantwortungsloses Handeln und die damit kommende Einschränkung meiner Freiheit.

Aber egal, es kommt ja Weihnachten, das wird super! Ich bin da ganz zuversichtlich. Der Cashflow bei den großen Anbietern läuft Dank Hilfe vom Internet und unterbezahlten Paketzustellerinnen und Paketzustellern sensationell. Aber ey, das Schöne an Weihnachten ist doch: Im Herzen sind wir trotz Distanz, uns allen ein wenig näher. Als systemrelevante Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer in Logistik, Verkauf, Pflege oder Gesundheitswesen macht ein anerkennendes Klatschen und weihnachtliche Nächstenliebe natürlich eine schlechte Bezahlung vergessen.

Aber nach diesem bisher fiesen Jahr vielleicht Etwas was Mut macht: vor der Pandemie war schon vieles mehr als fragwürdig. Und ja, dieser Begriff klingt etwas antiquiert, ist aber leider aktueller den je: Verteilungskampf. Es geht um Geld, Macht, Politik, Einfluss usw. Diese Zeit hat viele auf den Plan gerufen, die versuchen die Chancen der Zeit zu nutzen. Dabei wirkt Angst, Wut und Unwissenheit für viele Ideologien als Nährboden. Wir haben alle Probleme und Unsicherheiten: Jeder von uns ist für sich, aber niemand ist allein, das sollte man nicht Vergessen. Daher würde ich mir wünschen, dass man mit Empathie die Sorgen und Ängste seiner Mitmenschen zu verstehen versucht. Aber auch klar Position gegen faschistische, rassistische oder antisemitische Weltansichten bezieht, die vielerorts völlig irrational aus Angst, Furcht, Dummheit oder Unwissenheit entstehen.

Bleibt gesund. Niemand ist alleine.
Schöne Feiertage (trotzdem!)

Florian

November - Florian Albrecht-Schoeck

02.11.2020

November  

I can wear shorts in November, thanks to global warming. Add to that a worldwide pandemic. What do we still need for absolute happiness? Trump’s re-election? Or a Godzilla attack?

11.10.2020

Warum läuft es noch?

Seit März kann ich die Maßnahmen bezüglich der Pandemie größtenteils nachvollziehen und auch befürworten. Klar sieht man, wie lobbystarke Wirtschaftszweige Vorteile erhalten und andere mit Worthülsen von der Politik abgespeist werden. Das ist ein Thema für sich alleine. Mir macht es den Anschein, dass der Schwebezustand, in dem wir uns alle zur Zeit „gemeinsam“ befinden, mit steigenden Infektionszahlen so langsam die Politik dazu veranlasst, immer panischer Symbolpolitik in Form von Maßnahmen zu betreiben.

Dabei werde ich das Gefühl nicht los, dass die meisten Menschen die Pandemie nach wie vor wie eine schlecht produzierte TV-Serie wahrnehmen, welche grundlos um einige Staffeln immer wieder verlängert wird. Keiner weiß so recht, warum dies geschieht, aber sie gehen aber davon aus, dass irgendjemand schon dafür Sorgen wird, dass diese schlechte Serie endlich mal abgesetzt wird. Sie verstehen nur nicht, dass sie selbst Darsteller, Autor und Konsument dieser Serie sind. Dabei drehen sie sich selbst ununterbrochen im Kreis und warten auf neue Unterhaltungsformate.

Ich wünsche uns allen alles Gute!

Florian Albrecht-Schoeck

16.05.2020

#AdriaStattArmut

Viele Menschen stehen aktuell vor der ‚existentiellen‘ Frage: Urlaub 2020 – wo, wie und wann! Dabei übersehen sie gerne die Realität, in der immer mehr Menschen um Ihre Existenz kämpfen müssen! Man könnte ja mal über Armut und Ungerechtigkeit nachdenken. Oder laut die Frage stellen: wie kann es sein, dass so viel Armut und Ungerechtigkeit hier existiert? Und dass in einem der reichsten Länder der Welt. Aber was kann man von einer Gesellschaft vermutlich schon erwarten, die über Jahrzehnte hinweg schweigend mit Konsum und Arbeit ihre Wahrnehmung, Existenz und ihr Gewissen legitimiert hat. Dann lieber Adria statt Armut, ist schon klar! Wer kann der kann! Ach ja, Fußball geht heute wieder los. Es ist zum schämen!

12.05.2020

Ganz allein

Text zur Arbeit der 3D Online Ausstellung: Lock Down Load Katastrophen haben schon viele von uns erleben müssen. Resultierende Konsequenzen waren zumeist geringfügig kalkulierbar. Die Folgen der aktuellen Situation sind schwer abschätzbar. Die Welt wie wir sie kennen wird sich verändern, dass ist jetzt schon spürbar. Besorgniserregende Tendenzen gab es aber bereits vor der Pandemie. Der weltweit schnell wachsende Nationalismus und Populismus ist mehr als beängstigend. Die mörderischen und fremdenfeindlichen Attentate in Hanau und Halle (Deutschland) zeigten in erschreckender Weise, dass auf Worte Taten folgen. Ein Aufschrei gegen Fremdenfeindlichkeit blieb größtenteils aus. Jetzt, da Menschen sich wegen einer Pandemie temporär einschränken müssen, wird das Klagen der Menschen jedoch immer lauter. Gerade diejenigen, die über Jahrzehnte hinweg schweigend mit Konsum und Arbeit ihre Wahrnehmung, Existenz und ihr Gewissen legitimiert haben, rufen nun empört nach ihren „Bürgerrechten“. Es wird zu Demonstrationen und stellenweise zur Revolution aufgefordert. Denn sobald unsere Komfortzone etwas eingeschränkt wird, kocht der Volkszorn! In diesem Vakuum versuche ich die gegenwärtige Situation mit Fotografien für mich zu sortieren. Dabei fühle ich mich in dieser Welt oft ziemlich fremd. Text zur Arbeit der 3D Online Ausstellung: Lock Down Load
Florian Albrecht-Schoeck

01.05.2020

1. Mai – Tag der Arbeit!

Würde es nicht Sinn machen, am heutigen Tag und unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Situation, den Begriff von Arbeit mal grundlegend zu hinterfragen? Über Arbeit reden heißt natürlich auch über Geld zu sprechen. Und ganz ehrlich, Geld hat doch schon lange nichts mehr mit einem realistischen Tauschwert für Güter oder einer fairer Entlohnung für erbrachte Arbeitszeit zu tun! Jedoch dominieren Zahlen, welche ununterbrochen von Konto zu Konto geschoben werden nahezu unser aller Existenz!

Grundlegend verstehe ich ja um was es geht! Nur ganz im Ernst, mir kann doch keiner erklären das International agierende Unternehmen, Banken und Konzerne, nach ein paar Wochen Lockdown finanziell scheinbar vor dem Ruin stehen. Regelmäßig werden stellenweise Milliarden Euro an Gewinnen und Umsätzen eingefahren. Von den Auszahlungen an Aktionären und Vorstandsmitgliedern mal ganz zu schweigen geht alles nach knapp sechs Wochen dann den Bach runter?

Bei der Bundesliga zum Beispiel, hat sich jemand mal angeschaut, was da „normalerweise“ pro Saison an Geldern fließen, National und International? Es kann doch nicht sein das Vereine nach ein paar Wochen, drohen Pleite zu gehen! Von der mehr als moralisch fragwürdigen Entscheidung mit Geisterspielen die Maschine am laufen zu halten, da stimmt doch was in der Realwirtschaft generell doch grundlegend nicht. Kaum ist der kontinuierliche Cashflow unterbrochen, bricht alles wie ein Kartenhaus langsam zusammen oder was? Aber wo ist das ganze Geld? Gibt es so etwas wie ein Anfang? Und wo ist das Ende wenn es einen Anfang gibt? Oder ist alles dezentralisiert, jenseits menschlicher Wahrnehmungskraft „irgendwie“ in Bewegung? Kann mir das mal bitte ein Ökonomen oder Bänker erklären?

Aber bitte ohne das Märchen bzw. die Illusion vom ewigen Wachstum, der Unsichtbaren Hand bzw. den selbstregulierende Märkten – das hat sich doch schon längst fertig erzählt! Das Eigentlich sogar doch schon seit der Finanzkrise 2008, aber egal, the show must go on!

Und so wächst die Sehnsucht vieler Menschen, zu einer Vor-Pandemie-Zeit immer größer. Sie wünschen sich ihrem sogenannten „Alltag“ zurück. Anstatt die Zeit als Chance zu sehen, empfinden es viele als unheimliches Vakuum. Sie werden mit sich selbst konfrontiert und ihrem bisherigen Leben. Kein Konsum, kein getakteter Tagesablauf, nur sie selbst und ihre nächsten Mitmenschen. Das ist doch traurig, dass viele dies eher negativ wahrnehmen, statt es als Chance zu verstehen. Und allein die Tatsache, dass diese Situation mit vielen Existenzängsten verknüpft wird, zeigt doch auf dass in unserem Zusammenleben vieles falsch läuft. Auch wie sehr man daran verbissen festhält eine Fußballsaison oder ein Schuljahr „fertig“ zu bringen, ist erschreckend. Es ist doch egal, ob jemand sein Abi ein Jahr später macht, oder es einmal keinen Bundesliga Meister gibt.

Ganz ehrlich, wollt ihr wirklich in einen Alltag zurück in dem in unserer Gesellschaft das Gefälle zwischen „haben“ und „nicht haben“ immer größer wird? das Bildungs-, Sozial- und Gesundheitssystem kontinuierlich abgebaut wird? Menschen die auf einmal als systemrelevant beklatscht werden die normalerweise sehr schlecht bezahlt werden? Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern existieren? und so weiter … die Liste ist lang. Erwähnen sollte man noch das für die temporäre Interessen der Wirtschaft die Umwelt für die kommenden Genration zerstört wird. Aber ey, wenn kümmert es schon, the Show must go on!

Mich schockiert zur Zeit jedoch, wie manche Politiker etablierter Parteien, in den Medien mal forsch mal nett die Botschaft verbreiten: das Leben und die Gesundheit sind Wichtig, aber nicht zu jedem Preis. Sind sich die Leute, die solche Thesen öffentlich artikulieren ihrer moralischen fragwürdigen Aussagen eigentlich bewusst? Sie stellen das „Leben“ einem „Preis“ gleich. Es ist zwar nicht verwunderlich das Menschen, die ein neoliberales System bisher immer propagiert, gefördert und gelebt haben zu solchen Aussagen und Gedanken tendieren, aber ich empfinde es als zutiefst schockierend und Inhuman.

Es scheint mir irgendwie wie eine Schockstrategie, die man eher aus der populistischen Ecke kennt: man sagt das Unsagbare immer wieder. Viele werden schockiert sein, aber viele werden sich daran auch schnell schon gewöhnen. Sollen wir uns wirklich jetzt daran gewöhnen, dass alte und schwache Menschen unserer Gesellschaft ihrem Schicksal überlassen werden, damit der Finanzkapitalismus endlich wieder richtig läuft, und wir unseren mehr als fragwürdigen Alltag wieder haben? Einen Alltag in dem einige wenige Menschen immer reicher werden, und sich die überwiegende Mehrheit um die übriggebliebene Reste streiten kann?

Ich frage mal ganz direkt: Ist die Menschheit und ihre gewählten politischen Vertreter wirklich so unkreativ um aus der Not der aktuellen Situation eine möglichst positive Zukunftsperspektive zu konstruieren? Utopien für den Start wären doch schon mal ein Anfang. Diskussionsplattformen seriöser Medien gibt es zu genüge.

Hand aufs Herz, alles was uns umgibt, haben wir selbst konstruiert. Daher können wir alles auch zu etwas besserem verändern, oder wollen wir die Show weiter laufen lassen? Mit allen Mitteln, wenn nötig auch wenn Menschen dafür mit dem Leben bezahlen müssen?
Danke fürs lesen und nachdenken, vielleicht!

Florian Albrecht-Schoeck